05/02/2026 0 Kommentare
Rundmail vom 5. Februar
Rundmail vom 5. Februar
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Rundmail vom 5. Februar
Pfarrerin Christiane Moldenhauer schreibt:
Liebe Leser, liebe Leserinnen,
heute Früh kam eine Nachricht auf mein Handy: Die F60 in der Lausitz wird gesprengt. Diese Braunkohle-Förderbrücke in meiner Heimatregion ist eine der größten beweglichen Arbeitsmaschinen der Welt. Ein Stahlkoloss von über 500m Spannbreite. Mächtige Schaufeln haben tausende und abertausende Tonnen Kohle aus der Erde gegraben, jahrzehntelang. Heute Vormittag um 11 Uhr nun die Sprengung: Die tonnenschwere Förderbrücke fiel zusammen wie ein Kartenhaus.
Immerhin: Nicht das Besucherbergwerk "F60" wurde gesprengt, das mich seit Jahren schwer beeindruckt. Sondern eine typgleiche Förderbrücke, die für den Kohleabbau nicht mehr gebraucht wird und an der der Rost gefressen hat.
Meine Gedanken wandern in meine Heimat, wo der Braunkohleabbau so lange prägend war und ist; nicht nur für die Industriegeschichte, sondern auch für die Identität der Menschen. Was für ein Wandel: Wo damals Kohle für die ganze DDR gefördert wurde, fördern heute herrliche Seen den Tourismus. Inzwischen werden längst alternative Energietechnologien durchaus erfolgreich etabliert. Aber zu welchem Preis: Wie viele Dörfer sind eben einfach weggeschoben worden. Wie viele Menschen haben sich entwertet und unnütz gefühlt, weil heute niemand mehr braucht, was sie damals gelernt haben. Abbruch und Trauer, aber auch positive Transformation. Was bleibt? Was trägt in die Zukunft? Was lindert den Schmerz des Abschieds? Was bedeutet Heimat? Diese Fragen begegnen mir auch immer wieder beim Nachdenken über unsere Kirche.
Heute von mir keine Antworten dazu. Aber vielleicht machen wir mal einen Gemeindeausflug zum Besucherbergwerk F60 und denken gemeinsam weiter darüber nach?
Viele Grüße und ein herzliches Glück auf!
Ihre Christiane Moldenhauer
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